Balancetraining auf dem Trampolin bei MS

Blickpunkt MSK, Zeitschrift der Initiative Selbsthilfe Multiple Sklerose Kranker e.V., 4/2014, S. 34-36 01.10.2014
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„Wer unter Gleichgewichtsstörungen leidet, Schwierigkeiten beim Gehen hat, Stock oder Rollator benutzt, dem scheint der Gedanke an ein Trampolin als Übungsgerät wahrscheinlich zunächst abwegig. Ein Trampolin scheint in erster Linie ein Spiel- oder Sportgerät zu sein, für das ein besonders gutes Gleichgewichtsempfinden Voraussetzung ist.

Doch das Trampolin ist nicht nur Spiel- oder professionelles Sportgerät, es ist auch medizinisch einsetzbar zur Rehabilitation, Förderung und Erhaltung von körperlichen Fähigkeiten. Dabei geht es nicht darum, möglichst große Sprünge zu machen, sondern die Kraft des Schwingens zu nutzen, um eigene Kräfte zu mobilisieren.

Was passiert beim Trampolinschwingen?

Gert Dorschner, ärztlicher Leiter der Akademie für Ganzheitsmedizin in Heidelberg, erläutert: «Beim Trampolinspringen trainiert die Schwerkraft mit, das Körpergewicht vervierfacht sich beim Landen. Für die Muskeln ist der Moment des Abhebens Schwerstarbeit, ohne dass man sich dafür sonderlich anstrengen muss. Es entsteht ein Pumpeffekt, der sich positiv auf Muskeln, Knochengerüst und Stoffwechsel auswirkt. Dies gilt für jede einzelne Körperzelle, deren Zellwand beim Hüpfen am unteren Ende einem erhöhten Druck ausgesetzt ist. Um dem Stand zu halten, entwickelt sie Gegendruck und kräftigt sich – so werden nicht nur alle Muskeln, sondern auch Bindegewebe und innere Organe wie Herz, Lunge etc. trainiert.» 

Positive Wirkungen des Trampolintrainings

Das Ganzkörper auf dem Trampolin hat viele positive Effekte auf den Körper:

  • Aktiviert alle Muskeln und Zellen gleichzeitig
  • Durchblutung wird angeregt
  • Trainiert Koordinationsvermögen und Gleichgewichtssinn
  • Hilft gegen Rückenschmerzen
  • Stärkt die Muskulatur
  • Verbessert die Haltung
  • Löst Verspannungen in Hals, Nacken und Rücken
  • Pflegt die Bandscheiben
  • Beugt Osteoporose vor
  • Beschleunigt den Lymphfluss und die Entschlackung
  • Trainiert den Herz-Kreislauf 


Balancetraining bei Multipler Sklerose

Schwingen hält im Gleichgewicht. Trampolinschwingen ist ein sehr gutes Training für die allgemeine Geschicklichkeit, Balance und den Gleichgewichtssinn. Es fördert das Raum- und Lageempfinden und eine genaue Bewegungskoordination der Muskeln sowie die Stabilität im Körper für eine bewusste Körperbeherrschung. Dies kann Stürzen und Verletzungen im Alltag vorbeugen. Speziell die Symptomatik von MS-Betroffenen kann sich deutlich durch die Interaktion und das Training der Koordination beider Gehirnhälften verbessern.

Das passende Modell

Für das leichte Training geeignet – auch für Zuhause – sind Mini-Trampoline. Wichtig ist, dass das Sprungtuch nicht mit Stahlfedern, sondern mit Gummiseilen befestigt ist. Sonst ist es straffer gespannt und der Widerstand härter. Das zugelassene Höchstgewicht muss am Gewicht des Nutzenden ausgerichtet sein. Man kann die Modelle zusätzlich mit Haltegriffen ausstatten.

Nach den Erfahrungsberichten zu bellicon®-Trampolinen zu urteilen, kann das Training wahre Wunder bewirken. Viele MS-Betroffene berichten von der positiven Wirkung. Insbesondere der MS-Kranke Karl Welz hält große Stücke auf die Übungen auf dem Mini-Trampolin. Im Internet auf Youtube kann man sich sein Trainingsvideo ansehen unter der folgenden Adresse:“ https://www.youtube.com/watch?v=S19latSRfaw  

Auszüge des Artikels von Christine Druskeit in 
Blickpunkt MSK, Zeitschrift der Initiative Selbsthilfe Multiple Sklerose Kranker e.V., 4/2014, S. 34-36
Webseite: www.multiple-sklerose-e-v.de

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