Hoppeln statt Hocken

Dr. v. Hirschhausens Stern Gesund Leben, S. 85 03.01.2018

Kinder sitzen fast niemals still. Ein Traum, von dem sich die meisten spätestens bei der Einschulung verabschieden. Gilt die Fähigkeit ruhig zu sitzen doch als Voraussetzung für konzentriertes Lernen und Arbeiten. Dabei belegen Studien längst eindrucksvoll, dass das strenge „Sitz still!“ der Gesundheit schadet. Es führt zu Rückenschmerzen, erhöht das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Krebs. Die Mitarbeiter einer Hamburger Krankenkasse verbringen ihre Konferenzen deshalb seit Kurzem im Wippen. Statt auf Stühlen zu hocken, hüpfen sie sacht auf Minitrampolinen. „Da schwingen sich alle aufeinander ein“, sagt Petra Carli von der DAK-Gesundheit. „Man einigt sich oft schneller. Und nach der Konferenz sind die Kollegen nicht müde, sondern voller Energie.“

Das mag gewöhnungsbedürftig klingen, doch gesünder, als einfach nur im Stehen zu arbeiten, ist es allemal. Eine Untersuchung aus Kanada zeigt, dass Verkäufer, Barkeeper, Köchinnen oder Wachleute, die lange stehen müsse, doppelt so häufig unter Herzkrankheiten leider wie Berufsgruppen, in denen viel gesessen wird. Der Grund, so vermuten die Forscher, sei, dass sich beim Stehen Blut in den Beinen sammelt und die Venen belastet. Das könne die Venenwände schwächen und zu Herzkrankheiten führen. Ihr Rat: Man soll sich den alten Kindheitstraum erfüllen, nie lange in einer Position zu verharren. Abwechselnd sitzen und stehen. Zwischendurch rennen, hüpfen, springen, gehen. Zwei Minuten reichen aus, um Blut, das in den Beinen versackt ist, wieder aufwärts zu pumpen.

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Dieser Text ist ein Auszug aus dem Magazin "DR. v. HIRSCHHAUSENS STERN GESUND LEBEN". Den vollständigen Artikel finden Sie in der ersten Ausgabe des Magazins, vom 03. Januar 2018.

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