Erfahrungen einer Ödemtherapeutin mit dem bellicon®

Lymfologica NL, 04/2016, S. 12 04.04.2016
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Jetzt hören Sie es auch mal von jemand anderem!

„Schon seit meinem neunten Lebensjahr leide ich unter schweren und müden Beinen. «Das sind Wachstumsschmerzen und Kinderspeck», sagte der Arzt immer, «außerdem liegt es in der Familie.» Meine Großmutter, Mutter und ihre Schwester, sowie auch ihre Tochter hatten es genauso. Schwere, dicke Beine und dazu würde ich auch noch Krampfadern bekommen. Über primäre Lymphödeme und Lipödeme war damals noch nicht viel bekannt und der Hausarzt schickte mich weder zum Facharzt für Gefäßerkrankungen (Angiologen) noch zum Hautspezialisten.

Ich wurde Krankenschwester, später Gemeindeschwester, tanzte fanatisch Jazzballett, wanderte und radelte viel (Radfahren an der frischen Luft half). Aber im Laufe der Jahre, und vor allem durch Hormonschwankungen, verschlimmerten sich die Symptome: Pubertät, Schwangerschaften, Menopause. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass ein angeborener reduzierter Durchfluss der Lymphe in den Beinen die Ursache meiner Beschwerden ist.

Als die Kinder alt genug waren, fing ich eine Ausbildung zur Sportmasseuse an. 2003 folgte Physiotherapie und im Jahr 2008 Ödemtherapie nach der Casley Smith Methode am Therapeutischen Zentrum De Berekuyl. Während der Ausbildung zur Ödemtherapeutin riet man mir Kompressionsstrümpfe zu tragen und weiterhin viel Sport zu treiben.  

Im Vergleich zu den oben genannten Verwandten bin ich weniger von Übergewicht und den Krampfadern betroffen. Jedoch blieben das schwere, müde Gefühl nach einem Arbeitstag am Behandlungstisch, die dazukommende Lustlosigkeit und Wadenkrämpfe in der Nacht. All das trotz der Kompressionsstrümpfe und regelmäßigem Radfahren und Joggen. 

Erst seit ich das bellicon® kennen gelernt habe, weiß ich, was ein leichtes Gefühl in den Beinen ist

Im März 2012 habe ich das bellicon® während einer Gesundheitskonferenz kennengelernt. Remy Draaijer bot dort einen Workshop an, an dem wir mit der ganzen Familie teilnahmen. Wir waren begeistert und kauften uns selbst ein bellicon®. Von diesem Moment an wusste ich, was ein «leichtes Gefühl» in den Beinen bedeuten kann. Nach einigen Monaten lies dann allerdings meine Begeisterung nach. Stress auf der Arbeit und in meinem Privatleben war die Entschuldigung. Von anfänglich täglichen 15 Minuten verringerte ich die Einheiten auf 10 Minuten, 2-mal pro Woche. 

Die Krämpfe kamen zurück. Auch die Beschwerden einer alten Knöchelverletzung von 2010 waren wieder präsent und während einer Joggingrunde bekam ich eine Sehnenscheinentzündung. Ich konnte 6 Wochen lang nicht mehr Joggen und musste meinen Knöchel verbinden, um weiter arbeiten zu können – die eigene Praxis eben. Aber auf dem bellicon® klappte es trotzdem!  

Ich habe keine Beinkrämfe mehr und gelegentlich trage ich meine Kompressionsstümpfe nur den halben Tag

Von diesem Moment an begann ich wieder mit täglichen 20 Minuten Training auf dem bellicon® (am Wochenende mit einem Training von 40 Minuten). Früher aufstehen und sich keine Ausreden ausdenken. Ich fühle mich fitter, stärker und belastbarer und kann inzwischen wieder trainieren und auf dem Niveau meiner Freundinnen mithalten. Ich habe keine Beinkrämpfe mehr und den ganzen Tag ein leichtes Gefühl in meinen Beinen. Gelegentlich trage ich meine Kompressionsstümpfe nur den halben Tag: Was für eine Freiheit. Ich weiß, dass dies nicht für alle erreichbar ist. Aber ich bin mir sicher, positive Effekte lassen sich bei jedem erzielen.  

Im Dezember 2014 kaufte ich dann auch einen bellicon® für die Praxis. Wir arbeiten mit drei selbständigen paramedizinischen Unternehmern unter einem Dach. Die Kollegen waren begeistert, aber auch etwas skeptisch. Inzwischen wird das bellicon® auch für orthopädische und neurologische Zwecke genutzt und in die Übungsschemen integriert. Das bellicon® ist ein leichtzugängliches und vielseitig einsetzbares Instrument, das für optimale Effekte sorgt, sicherlich auch bei Menschen mit Lymph- und Lipödemen.“ 

Annette Mulder Ödem- und Physiotherapeuten der Gemeinschaftspraxis in Etten-Leur, übersetzt aus dem Niederländischen von Lena Rufli

Original-Artikel in Niederländisch hier

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