Sport bei Osteoporose – mit dem Trampolin gegen Knochenschwund

Andreas Sperber 14.10.2015
Hilfe, mein Knochen bricht!

"Hilfe, mein Knochen bricht!"

Die Diagnose vom Arzt kommt unverhofft und plötzlich. Starke Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, die auch nach Wochen nicht verschwinden, lassen den Arzt weitere diagnostische Schritte einleiten. Das Röntgenbild zeigt dann tatsächlich einen Brustwirbel, der in sich zusammengefallen ist. Solche Knochenbrüche, sogenannte „Spontanfrakturen“, können schon bei normaler körperlicher Belastung entstehen, ohne dass man stürzt oder einen Unfall gehabt haben muss.

Die Betroffenen sind meist Frauen nach den Wechseljahren. Aufgrund des Östrogenmangels kann es bei ihnen zu einem vorschnellen Abbau der Knochendichte kommen. Dabei sinken der Mineralgehalt und die Grundsubstanz des Knochens. Dies führt zu einem Missverhältnis zwischen der Härte und der Elastizität des Knochens. Ein gesunder Knochen muss hart genug sein, um den Körper gegen die Schwerkraft zu stabilisieren, aber auch elastisch genug, um die Einwirkungen von seitlichen Kräften (Scherkräfte von Biegespannungen) abzufangen. Man kann sich das gut am Beispiel eines Knäckebrots vorstellen. Diesem Brot wurde das Wasser entzogen. Es ist hart aber unelastisch und wird bei entsprechender Biegespannung zerbrechen.

Solche Brüche kommen nicht nur im Bereich der Wirbelsäule vor, sondern können am ganzen Skelett auftreten. Überwiegend sind dabei der Oberschenkelhals, das Handgelenk und das Becken betroffen. Der Einbruch eines Wirbelkörpers ist sehr schmerzhaft und führt zu einer Höhenminderung des Wirbelsäulenabschnitts. Die aus der Wirbelsäule heraustretenden Nerven können dadurch komprimiert werden und zu neurologischen Störungen führen. Jetzt könnte man meinen, dass sich der Patient gar nicht mehr bewegen darf, um Schlimmeres zu vermeiden. Doch eine langfristige Schonung kann zu einer weiteren Inaktivitätsosteoporose führen. Aus diesem Grund sollte der Patient nach Ausheilung der Fraktur wieder aktiv werden. 

Natürliche Therapie von Osteoporose

Eine medikamentöse Therapie dient der Schmerzlinderung und sorgt mit der Verabreichung von Östrogenen, Kalzium, Vitamin D und Natrium-Fluorid für die Stabilisierung des Mineralstoffwechsels. Da Osteoporose jedoch ein chronisches Leiden ist, dauert eine mit Medikamenten verbundene Behandlung der Knochenmasse meist über Jahre an. Über einen längeren Zeitraum stellt dies eine weitere Belastung für den Körper dar. Die Physiotherapie soll die Angst vor weiteren Stürzen verringern und verbessert die Beweglichkeit und Kraft für das Gleichgewicht.

Aber lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen!

Der Knochenstoffwechsel ist ein komplizierter und vielschichtiger Vorgang. Grundsätzlich kann gesagt werden: „Use it or lose it!“ Wird in jungen Jahren viel Sport getrieben, hat das positive langfristige Auswirkungen auf den Aufbau der Knochensubstanz. Wichtig ist dabei der Zeitpunkt bis zur Pubertät. Unsere Kinder sollten deshalb viel springen, hüpfen und rennen. Die Bewegung gegen die Schwerkraft ist das effektivste Präventionsprogramm überhaupt, denn der Knochen braucht adäquate Reize, um sich stabil und elastisch zu entwickeln. Beim Springen und Hüpfen werden durch die Belastung, im Knochen elektrische Felder aufgebaut, der sogenannte „Piezoelektrische Effekt“. Dieser sorgt für die Optimierung des Mineralstoffwechsels und im späteren Alter für einen verbesserten Heilungsprozess.

Es ist nie zu spät!

Dr. Joachim Schulz, Allgemeinmediziner aus Bad Malente, konnte in einer kleinen Studie (zwölf Probanden) nachweisen, dass bei Patienten mit nachgewiesener geringer Knochendichte durch ein tägliches Training auf dem bellicon®, die Medikamenteneinnahme überflüssig wurde. Alleine die Bewegung gegen die Schwerkraft erhält die Knochenmatrix und sorgt für einen gesunden Knochenaufbau.

Es ist also nie zu spät zu beginnen. Auch wenn schon Beschwerden vorhanden sind, empfiehlt sich, das Training auf dem bellicon® unter therapeutischer Anleitung zu beginnen. Zwei Drittel aller Frauen in Deutschland über 80 Jahre leiden an Osteoporose. Doch selbst im fortgeschrittenen Alter kann mithilfe des Minitrampolins die Knochenstruktur verbessert werden. Besonders der Schwerkraftwechsel wirkt dem weiteren Knochenabbau entgegen und fördert das sichere Auftreten im Alltag.

Sieben Tipps zum gesundheitsfördernden Osteoporose-Training mit dem bellicon®

  • Zur Behandlung der Osteoporose mit dem Minitrampolin sollte eine stärkere Seilringbespannung gewählt werden, um eine höhere Belastung zu erzielen
  • In Kombination mit leichten Sprüngen, ergibt sich eine höhere Dynamik und der Knochen kann sich unter der Anforderung regenerieren und stärken
  • Geht das aus schmerzbedingten Gründen nicht, bringt das Schwingen auch gesundheitliche Vorteile, wirkt aber nicht so direkt auf die Erhaltung der Knochenstabilität
  • Zudem verringert das Training mit dem Minitrampolin und geeigneten Gleichgewichtsübungen das Sturzrisiko sowie die Angst davor
  • Durch die variable Seilringfederung lässt sich der Trainingsreiz individuell optimal steuern
  • Tägliches Training ist wichtig für die Stärkung und den Aufbau der Knochen
  • Beginnen Sie mit 3 - 5 Minuten täglichem Springen und steigern sich auf 10 - 15 Minuten am Tag

Ihre Knochen werden es Ihnen danken! Bevor Sie jetzt losspringen, besprechen Sie das neue Training noch mit ihrem behandelnden Arzt.

Mit den besten Grüßen,

Andreas Sperber
Physiotherapeut

Mehr zum Thema Osteoporose und bellicon® lesen

Tags: Osteoporose
Beitrag teilen