Der Apfel: Wie gesund ist er?

Laura Kuhlen 13.05.2015

„An apple a day keeps the doctor away“ – tatsächlich kann Deutschlands beliebteste Frucht, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, so einiges. Der Apfel reguliert nicht nur die Verdauung, auch der Stoffwechsel wird durch den Verzehr ordentlich angeregt. Er besteht zu 80% aus Wasser und hat durchschnittlich nur 52 Kalorien pro 100g.

Der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 25 Kilogramm im Jahr, mehr als 945.000 Tonnen Äpfel wurden im vergangenen Jahr landesweit geerntet. Es werden mehr als 2.000 Apfelsorten in Deutschland angebaut, weltweit gibt es über 30.000 verschiedene Sorten.

Elstar, Jonagored oder Braeburn

Bild mit den Apfelsorten Jonagored, Elstar und Braeburn. Sie klingen wie nordische Vornamen, bezeichnen jedoch die beliebtesten Apfelsorten von uns Deutschen. Dabei hat jede Sorte ihren eigenen Geschmack und unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten. Die Top 3 stellen wir einmal vor:

Jonagored: Auf Platz 1 der beliebtesten Sorten in Deutschland steht der Jonagored. Er ist aromatisch süß mit einem mild-säuerlichen Geschmack. Er gilt als Multitalent und kann somit in vielen Rezepten, wie beispielsweise in Gebäck, Fruchtsäften oder im Kompott verwendet werden. Erhältlich ist er von Oktober bis Juli.

Elstar: Der Elstar war lange der beliebteste Apfel. Er ist fein säuerlich mit einem festen, saftigen Fruchtfleisch und eignet sich hervorragend für den direkten Verzehr oder im Apfelkuchen. Die Erntezeit ist von Anfang September bis Mai.

Braeburn: Ebenfalls beliebt ist der Braeburn. Mit ca. 24 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm hat er den höchsten Vitamingehalt unter seinen Apfelkollegen. Sein festes Fruchtfleisch und die feine Säure eignen sich perfekt zum Kochen oder Backen. Er wird Anfang November geerntet und kann bis Mai verzehrt werden.

Vitamine, Vitamine, Vitamine

Äpfel enthalten mit bis zu 30 Vitaminen und Mineralstoffen viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Dabei ist es wichtig, den Apfel nicht zu schälen, denn in der Schale und direkt darunter befinden sich bis zu 70% seiner Vitamine. Viele Apfelsorten sind gespritzt und sollten deshalb gründlich gewaschen oder im Biosupermarkt gekauft werden. Wir stellen hier kurz die wichtigsten Inhaltsstoffe vor:

Provitamin A senkt den Cholesterinspiegel sowie das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisik.
Vitamin B1 wandelt Kohlehydrate in Energie um und unterstützt wichtige Nervenfunktionen.
Vitamin B2 regt den Stoffwechsel an und wirkt positiv auf das Wachstum der Zellen.
Vitamin B6 stärkt die Immunabwehr und ist an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt.
Vitamin C schützt vor Zellschäden und normalisiert den Blutfluss.
Vitamin E steigert den Blut- und Herzkreislauf.
Niacin (B3) hilft bei Arteriosklerose und senkt erhöhte  Cholesterinwerte.
Folsäure ist beteiligt an Wachstumsprozessen, der Zellteilung und der Blutbildung.
Ursolsäure regt das Muskelwachstum an.

Pektin, ein Ballaststoff, ist ebenso in hoher Menge enthalten. Er bindet Schadstoffe, regt die Verdauung an und senkt den Cholesterinspiegel.  Bis zu 180 Milligramm Kalium und viele andere wertvolle Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium oder Eisen stecken in der Wunderfrucht. Diese sind wichtig für den Knochen- und Muskelaufbau oder die Regulierung des Wasserhaushalts.

Einmal Hausmittel mit Schale, bitte!

Der Apfel gilt als beliebtes Hausmittel, um unterschiedlichste Beschwerden zu lindern:

Um Durchfall zu stoppen, entkernen Sie ca. 250g ungeschälte Äpfel und raspeln diese klein. Die Breimasse lassen Sie an der Luft stehen, bis diese braun geworden ist. Im Anschluss löffeln Sie den Brei langsam. Der Ballaststoff Pektin quillt im Darm auf, saugt überschüssiges Wasser auf und verdickt den Stuhl.

Bei Verstopfung kann es schon reichen, einen ungeschälten Apfel auf nüchternen Magen gründlich zu kauen. Die Pektine dehnen durch ihre Volumenzunahme den Darm, der dadurch wieder zu vermehrter Muskelaktivität angeregt wird und sich entleert. Äpfel regen grundsätzlich den Stoffwechsel an und unterstützen Ihre Verdauung.

Gebraten können Äpfel gegen Heiserkeit wirken. Dazu braten Sie diese in der Pfanne und richten sie mit etwas Honig an.
Apfelschalentee hilft gegen Nervosität und geistige Ermüdung. Dazu kochen Sie einfach eine Handvoll Apfelschalen mit einem Liter Wasser auf, lassen es ca. 15 Minuten ziehen und genießen.

Äpfel schmecken nicht nur gut, eine Apfelmaske kann auch bei trockener und empfindlicher Haut helfen. Sie vermischen einen pürierten Apfel mit 2 EL Quark oder Joghurt und 1 EL Honig. Jetzt tragen Sie die Maske im Gesicht auf und nach 15 Minuten können Sie diese mit lauwarmem Wasser abwaschen.

Übrigens: Am 13. Mai ist Tag des Apfelkuchens

Passend dazu habe ich für Euch ein leckeres Rezept rausgesucht, Ihr braucht:

  • 250g Mehl
  • 125g Butter
  • 60g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei und 1 Eigelb
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • Mandelaroma
  • Butter für die Form
  • 3-4 Äpfel (z.B. Boskoop oder Cox Orange)
  • 2-3 Teelöffel Zimt-Zucker-Mischung
  • Lemon Curd oder wahlweise Orangen- oder Aprikosenmarmelade

Die Schritte:

  1. Die ersten sieben Zutaten zu einem Teig verkneten und mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Die Äpfel in dünne Spalten schneiden und eine Tarteform mit etwas Butter einfetten.
  3. Den Teig auf einer bemehlten Fläche kneten und dünn ausrollen. In die Form legen, den Rand etwas andrücken und mit einer Gabel kleine Löchern in den Boden stechen.
  4. Die Apfelspalten kreisförmig in die Form legen und sanft in den Teig drücken. Den Zimtzucker darüber geben.
  5. m vorgeheizten Ofen bei 180°C ca. eine halbe Stunde backen, bis die Tarte eine goldbraune Kruste hat.
  6. Nachdem der Apfelkuchen fertig gebacken ist, kann dieser noch mit etwas Lemon Curd bestrichen werden.

Viel Spaß und guten Appetit!

Beitrag teilen