Präventionstraining mit Lustgefühl

Andreas Sperber, Leitender Physiotherapeut
Foto von Andreas Sperber

„Viele Jahre in der Schwarzwaldklinik Bad Rippoldsau und auch jetzt in meiner eigenen Praxis arbeite ich dem hochelastischen bellicon®. Sowohl im Rahmen der Gruppentherapie, als auch in der Einzeltherapie trainieren wir mit diesen  Geräten sehr effektiv. 

Die Teilnehmer sind begeistert von der Weichheit und Dynamik, von dem Gefühl des Schwingens, dem dynamischen Wechsel zwischen Abheben und Landen und den vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten. Dabei wird beim Schwingen die Schwungmatte vorerst nicht verlassen, die Füße bleiben somit sicher im Kontakt zur Matte.

Mit Musik, im Rhythmus zum Takt, ist diese Form der Bewegungstherapie ein sehr einfach zu übendes Training für alle ‚Bewegungsmuffel‘ und ‚Nicht-Sportler‘. Wenn wir Therapeuten währenddessen noch die Wirkungsweise und den Nutzen erklären, sind die Patienten sehr schnell auf mehreren Wahrnehmungsebenen überzeugt. Das ist schlechthin die wichtigste Grundlage für ein effektives Training, das auch zuhause weitergeführt werden könnte. 

Die positive Akzeptanz des Trampolinschwingens, das Lustgefühl beim Abheben und Beschleunigen resultiert aus den Bewegungserfahrungen, die wir als Kinder schon gesammelt und konditioniert haben. Daran docken wir jetzt, nach vielleicht Jahrzehnten, wieder unmittelbar an. Damit ‚zaubert‘ man buchstäblich ein Lächeln aufs Gesicht, was auch für uns Therapeuten immer wieder ein spannender Augenblick ist.

Präventionstraining mit dem bellicon® Trampolin
Das bellicon® ist mit hochelastischen Einzelseilringen ausgerüstet und bietet somit ein besonders sanftes und weiches Training. Da das Trampolin auch mit Haltegriffen angeboten wird, können insbesondere ältere Menschen gefahrlos dieses Gerät nutzen. 
 
Das Training bringt bereits nach kurzer Anwendungsdauer gesundheitliche Zugewinne. Durch das wiederholte Beschleunigen und Abbremsen wird die Muskulatur permanent an- und entspannt. Diese Druck- und Zugimpulse beschleunigen den Stoffwechsel und sorgen für eine verbesserte Versorgung der Gewebestrukturen.

Herz-Kreislaufsystem
Obwohl das Training auf dem Trampolin subjektiv nicht sehr anstrengend erscheint, ist es doch ein hochwirksames Herz-Kreislauf-Training. Die Belastung ermitteln wir anhand der Borg Skala von eins bis zehn. Nach fünf Minuten werden die Teilnehmer aufgefordert, ihre Belastungsintensität zu beurteilen. Regelmäßige Überprüfungen verhindern eine Überforderung. Die Gesamttrainingsdauer beträgt maximal 30 Minuten. 

Muskelaufbau
Das Trampolintraining ist ein sehr effektives Muskelaufbautraining. Durch die wechselnden Beschleunigungskräfte werden alle Muskeln reaktiv innerviert. Die beim Abbremsen verstärkte Gravitationskraft bewirkt, dass die exzentrische Muskelaktivität verstärkt wird. Auch die Beckenbodenmuskulatur profitiert von diesen reaktiv wechselnden Belastungen. Die Haltung verbessert sich durch eine lotgerechte Belastung gegen die Schwerkraft. 

Gelenke und Bandscheiben

Der Gelenkknorpel und auch die Bandscheiben werden nur durch Druck- und Zugkräfte ernährt. Ohne ausreichende Bewegung verliert die Knorpelmatrix ihre Substanz. Das Bewegungstraining auf dem hochelastischen Trampolin ist deshalb so vorteilhaft, da durch die weiche Federung die Druckbelastung für die Gelenke minimal bleibt, aber die Muskelmantelspannung für eine gute Stabilität des Gelenkes sorgt.  
Einerseits wirken die segmentstabilisierenden Muskeln synergistisch mit dem Ms. transversum abdominis rumpfstabilisierend, andererseits wird durch die An- und Entspannung diese Muskulatur mit Sauerstoff versorgt, damit sie die Entspannungsfähigkeit nicht verliert. 
Sogar nach Bandscheibenoperationen setzen wir das bellicon® in der Einzeltherapie ein. Ein leichtes beidbeiniges Schwingen unter Rumpfkontrolle ist weniger belastend als das Gehen. Auf diese Weise lässt sich die Belastungsfähigkeit gut kontrollieren und steigern. 

Immunsystem

Die Pumpwirkung der Muskulatur beschleunigt den Lymphkreislauf der auch für die Immunabwehr mit verantwortlich ist. 

Gewichtskontrolle

Durch das Training wird der Stoffwechsel besonders stark angeregt. Es sorgt auch für eine verbesserte Peristaltik und damit für kürzere Verdauungszeiten. Zudem muss erwähnt werden, dass nur bei moderater Bewegung Fett verbrannt werden kann. Das sanfte Training auf dem bellicon® kommt dem sehr entgegen. ‚Powertraining‘ verbrennt zunächst nur die schnell verfügbaren Kohlehydrate und hilft mitnichten bei der Gewichtsreduzierung.

Balance und Gleichgewicht

Die instabile Standfläche sorgt für eine ständige Kontrolle des Gleichgewichtes. Gerade in der Sturzprävention ist dieses Koordinationstraining sehr wichtig. Die Reaktionsfähigkeit der Muskulatur nimmt zu und sorgt dafür, dass beispielsweise bei Glatteis oder bei Stolperfallen der Körper seine Reflexe adäquat einsetzen lernt.

Regeneration und Stressabbau

Der Abbau der Stresshormone funktioniert in erster Linie über Bewegung und Atmung. Das regelmäßige, langsame An- und Entspannen aller Muskeln wirkt wie eine Massage von innen: Die Atmung wird ruhiger, gleichmäßiger und tiefer. Durch die Mehrdurchblutung wird die Regenerationsfähigkeit beschleunigt, ähnlich dem ‚cool down‘ der Fußballer nach einem Spiel. Nach dem Training ist die Konzentrationsfähigkeit deutlich verbessert. 

Lebensfreude und Steigerung des Selbstwertes

Leichte Depressionen können durch körperliche Aktivitäten ohne Medikamente behandelt werden. Die ‚Krux‘ liegt in der Trainingsdauer und des Durchhaltevermögens: Erst nach einigen Wochen ist ein Effekt bei diesem Krankheitsbild spürbar. Hier wirkt am besten ein leichtes Ausdauertraining über eine längere Zeitdauer hinweg. Wir empfehlen das Schwingen mit Musik. Die Lieder, die man in ›guten Jahren‹ liebgewonnen hat, sei es Rock, Pop, Jazz oder Klassik, sollten den Patienten beim täglichen Training begleiten. Kleine Portionen Bewegung vermitteln das Gefühl: ‚Ich schaffe es!‘ Diese Erfolge sind äußerst wichtig für die nächsten Schritte. Dies vermittelt ein positives Lebens- und Selbstwertgefühl. Und nur was Freude macht, wird auch zur Gewohnheit.“

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Andreas Sperber, Leitender Physiotherapeut
Bahnhofstr. 5
72270 Baiersbronn
Tel.: 07442 / 83 68 00

praxis@sperber-physio.de
www.sperber-physio.de

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