Vergleich Ergometrie auf bellicon® und Fahrrad

Herz-Kreislauf-Klinik Bad Gottleuba 10.02.2003
bellicon® versus Ergometerfahrrad

Wissenschaftliches Ergebnis beim Einsatz des hochelastischen Trampolins in der häuslichen Bewegungstherapie von Herzkranken an der Herz-Kreislauf-Klinik Bad Gottleuba. Erstellt von Dipl. Päd. S. Biener, Leiter Physiotherapie Klinik Bad Gottleuba und Dr. C. Altmann, Chefarzt Kardiologie Klinik Bad Gottleuba:

An der Klinik wurde in einem Vergleichstest mit Fahrradergometern überprüft, inwieweit sich das Training auf dem hochelastisch gefederten bellicon® Minitrampolin für das Training von Herz-Patienten eignet.

Ergebnisse

  1. Mit der Trampolin-Ergometrie lassen sich therapeutisch sinnvolle und kardiologisch vertretbare Bewegungsabläufe auf dem Trampolin definieren, die zu Hause im täglichen Training umgesetzt werden können.
  2. Die entwickelten Bewegungsformen auf dem Trampolin sind effektiv, ungefährlich und bewirken durch die hohe emotionale Bindung an das Gerät eine überlegene Therapietreue bei richtig vorbereiteten Patienten.
  3. Die Übungen sind insbesondere geeignet für Patienten, bei denen die konventionellen Bewegungsformen problematisch erscheinen, wie stark übergewichtige Patienten mit Gelenke Problemen der unteren Extremitäten und Herzinsuffizienz-Patienten
  4. Durch die zusätzliche Anforderung an aufrechte Haltung und Koordination sowie den Spaß-Faktor bewirkt die selbständige Therapie Zuhause auf dem Trampolin mehr Lebensqualität und eine bessere Anpassung des herzkranken Patienten an die häusliche oder berufliche Belastung.


Patienten

Chronisch Herzkranke (Anzahl 36, m/w 29/7, ø Alter 62 Jahre (44-76), ø Größe 173 cm.
Folgende Patienten -Gruppen sind von besonderem Interesse:

  • stark übergewichtige Patienten
  • Patienten mit Beschwerden der Kniegelenke, die Armen Fahrrad-Training bzw. Lauf–Training nicht teilnehmen können
  • Klappenoperierte
  • Bypassoperierte
  • PTCA–Patienten
  • Patienten, bei denen wegen des Übergewichtes die erforderliche Bypassoperation verschoben wurde und die sich auf die Operation vorbereiten
  • Patienten mit besonders schlechter linksventrikuläre Funktion


Ergebnisse Fahrrad Ergometrie

Alle Patienten wurden unter laufender Medikation untersucht. Ein Patient konnte wegen Versteifung des linken Kniegelenkes nicht auf dem Fahrrad ergometrisch untersucht werden. Die Belastung erfolgte beginnend bei 25 Watt mit Steigerung alle 2 Minuten bis zum Erreichen von Abbruch-Kriterien. Im Mittel vorderen 130 Watt über 2 Minuten erreicht bei einer Puls Frequenz von 118 und einem Blutdruck von 195 zu 100 mmHg. Der Abbruch der Belastung erfolgt überwiegend wegen allgemeiner Erschöpfung. Veränderungen der ST Strecke traten bei 3 Patienten auf. Entsprechende Ergebnissen wurden für die Patienten bei ca. 75 bis 80 Prozent der echten Watt Leistung die Trainings Watt Zahl und die bei dieser Watt Leistung erreichte Puls Frequenz für die Dauer Belastung eingetragen.

Ergebnisse Ergometrie auf dem Trampolin

Nach mündlicher Einweisung bzw. Übungseinheiten je nach Bedarf erfolgte die Ergometrie unter den gleichen Bedingungen wie der Test auf dem Fahrrad. Für die initiale Plateauphase wurde ein Intervall von 4 Minuten ausgewählt, bei den anschließenden Bewegungsformen Belastungsanstieg alle 2 Minuten. Die ursprüngliche Plan, die Taktfrequenz der Schwingbewegung dem Patienten mit Hilfe eines Metronoms vorzugeben, musste eingestellt werden, da sich herausstellte, dass sich je nach Gewicht und Bewegungserfahrung des Patienten eine Frequenz des Schwingens herausstellte, die zwischen 81 und 95 pro Minute lag und nicht von außen starr vorgegeben werden konnte.

Eine Patientin (Mitralstenose III) tolerierte selbst die Plateauphase nicht. Ein Patient brach den Test in Phase 1 ab, ein Patient in Phase 2, 3 Patienten in Phase 3, ein Patient in Phase 4, die anderen Patienten konnten den gesamten Test absolvieren. Gründe für den Abbruch waren starke Luftnot, in allen anderen Fällen Beschwerden der Beine, einmal im Rahmen einer Gonarthrose, in den übrigen Fällen muskuläre Beschwerden bei AVK. Im Vergleich in der Ausgangsparameter und der Plateauphase (Abbildung) zeigte sich kein Hinweis auf eine relevante Belastung von Herz und Kreislauf. Bei Abbruch der Belastung waren signifikante Anstiege von Pulsfrequenz und Blutdruck Werten zu beobachten. Signifikante ST Senkungen wurden nicht beobachtet, ebenso wenig relevante Rhythmusstörungen.

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