Im Interview „bellicon Talk“ spricht Dr. Kelly Sturm – Doctor of Physical Therapy, zertifizierte Lymphödem-Therapeutin und Board-zertifizierte Onkologie-Fachtherapeutin mit über zehn Jahren Erfahrung in Lymphödem- und Onkologie-Physiotherapie – darüber, wie sanftes Trampolintraining Menschen während und nach einer Krebsbehandlung unterstützen kann.
„Das Lymphsystem hat keine eigene Pumpe wie das Herz“, erklärt Sturm. „Die Lymphgefäße sind vollständig auf die Kontraktion unserer Muskeln angewiesen, um die Lymphflüssigkeit durch den Körper zu bewegen. Rebounding ist ideal, weil es den ganzen Körper einbezieht. Für den Lymphfluss bringt das Hüpfen auf dem Trampolin die Lymphgefäße genau so in Bewegung, wie es natürlich vorgesehen ist.“ Sie weist darauf hin, dass Erschöpfung (Fatigue) die häufigste Nebenwirkung einer Krebsbehandlung ist – und Bewegung die am besten belegte Maßnahme dagegen, vor, während und nach der Behandlung.
Zur Sicherheit sagt Sturm, Rebounding sei für Menschen mit Lymphödem oder Krebserfahrung grundsätzlich sicher, solange Knochengesundheit und Gleichgewicht individuell mit dem Behandlungsteam abgesprochen werden. Einsteiger:innen empfiehlt sie, mit zwei bis drei Minuten zu beginnen und langsam auf 20–30 Minuten Bewegung am Tag zu steigern, aufgeteilt auf mehrere kurze Einheiten. Zudem sei Rebounding oft gelenkschonender als Laufen: „Ich bezeichne mich selbst als pensionierte Läuferin … aber ich kann 20 Minuten reboundieren, ganz ohne Beschwerden.“